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Wartungsfahrzeug für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP



Das Wartungsfahrzeug für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP war ein Pritschenfahrzeug mit Plane und wurde im VEB Barkas-Werke Karl-Marx-Stadt hergestellt. Das Fahrzeug hatte die Fahrgestell-Nr. 258912 und wurde im Juni 1962 erstmalig zugelassen und in Betrieb genommen.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erhielt das Fahrzeug das polizeiliche Kennzeichen EW-ED 93.

Das Pritschenfahrzeug mit Plane war zweiachsig und nur straßentauglich.

Das Fahrzeug war mit einem wassergekühlten 3-Zylinder-Zweitakt-Taktmotor AWE 311 (966 cm³ Hubraum) bzw. später AWE 312 016 mit 1000 cm³ Hubraum ausgerüstet. Der Motor erzeugte eine Leistung von 33,8 kW (46 PS) bei 4000 Umdrehungen des Motors pro Minute. Der Motor hatte einen Hub von 78 mm und eine Bohrung von 73,5 mm. Das maximale Drehmoment von 9,8 kpm erreichte der Motor bei 2250 U/min. Die Verdichtung betrug 1:7,3. Die Schmierung (Mischungsschmierung) erfolgte durch Zugabe von Zweitakt-Motorenöl zum Kraftstoff im Mischverhältnis Öl/Kraftstoff von 1:33 später 1:50. Die Zündung erfolgte mittels dreier Hebel-Unterbrecher, denen jeweils eine Zündspule zugeordnet war.

Die Kühlung erfolgte durch 9,4 l Kühlwasser, das durch eine Wasserpumpe durch Motor, Kühler und Heizungskühler gepumpt wurde. Die Temperaturregelung erfolgte mittels Thermostat.

Die Motorkraft wurde über eine mechanisch betätigte Tellerfederkupplung auf das mechanische 4-Gang-Sperrsynchrongetriebe und dann per Gelenkwellen an die Räder der Vorderachse übertragen. Das Fahrzeug hat Knüppelschaltung. Die Getriebe war mit einem Freilauf ausgestattet, der manuell gesperrt werden konnte. Der 1. Gang hatte eine Übersetzung von 1:3,925, der 2. Gang von 1:2,263, der 3. Gang von 1:1,440, der 4. Gang von 1:0,967 und der Rückwärtsgang von 1:3,636.

Das Fahrzeug hatte einen genieteten Leiterrahmen und Einzel-Radaufhängung. Die Radführung erfolgte über Kurbelarme an schrägstehenden Tragrohren. Innerhalb der Tragrohre dienten Drehstäbe als Federung. Die Vorder- und Hinterräder waren mit doppeltwirkenden hydraulischen Teleskopstoßdämpfern ausgestattet.

Das Fahrerhaus war eine Frontlenkerkabine mit 2 Sitzplätzen.

Das Fahrzeug hatte eine Kugelumlauflenkgetriebe vom Typ K230. Der Wendekreis beträgt 11 m.

Das Fahrzeug war mit einer hydraulischen Zweikreis-Backenbremse ausgerüstet. Der Tandem-Bremszylinder wirkte mit seinem ersten Bremskreis auf die Vorderräder und mit seinem zweiten Bremskreis auf die Hinterräder. An den Vorderädern wurden Duplex-Bremsen und an den Hinterrädern Simplex-Bremsen verwendet. Die Bremskraft der Hinterachse wurde durch einen lastabhängigen Bremskraftregler (LAD) gesteuert. Dieser begrenzte den Druck in der Bremsleitung für die Hinterräder auf 18 kp/cm3 bei geringer Beladung. Die Feststellbremse wirkte mechanisch auf die Vorderräder.

Das Fahrzeug war mit Reifen der Größe 6.70-13 ausgestattet.

Die E-Anlage hatte eine Spannung von 12 V, die von einer Drehstromlichtmaschine mit einer Leistung von 500 W erzeugt wurde. Eine Batterie 12 V 105 Ah diente als Energiespeicher.

Die Höchstgeschwindigkeit betrug 100 km/h.

Weitere technische Daten:
Fahrzeuglänge
Fahrzeugbreite
Fahrzeughöhe
Radstand
Leergewicht
zulässiges Gesamtgewicht
Nutzlast
Bodenfreiheit
Kraftstoffverbrauch
Kraftstoffvorrat
Spurweite vorn
Spurweite hinten
 4725 mm
1926 mm
1910 mm
2400 mm
1200 kg
2200 kg
1000 kg
200 mm
10,5 l/100 km
45 l
1450 mm
1460 mm

Das Foto zeigt das Wartungsfahrzeuges für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP leider nur verdeckt.

Wartungsfahrzeug für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP

Die folgenden Fotos zeigen das Wartungsfahrzeug für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP als Modell und ein bauartgleiches Fahrzeug ohne Plane.

Wartungsfahrzeug für Haltestellen vom DDR-Typ Barkas B 1000 HP

DDR-Typ Barkas B 1000 HP

Das Fahrzeug war von 1962 bis 1996 beim VEB Kraftverkehr Eberswalde und dessen Nachfolger im Einsatz. Es wurde am 11.01.1996 verkauft.
Mehrere Fahrzeuge dieses Typs existieren noch in Eberswalde. Sie befinden sich in Privatbesitz, teilweise bereits mit Oldtimer-Kennzeichen.

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