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Unterbrechung des Obus-Verkehrs nach Westend von 1959 bis 1960



Ab 22.Januar 1959 ergab sich erneut eine erhebliche Störung des Obus-Verkehrs. Ein LKW war beim Befahren der Eisenbahnbrücke mit einer Achse in die Brückenfahrbahn eingebrochen. Daraufhin wurde die Bahnhofsbrücke, die einzige direkte Verbindung zwischen Westend und Stadtmitte, aufgrund technischer Mängel für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Damit war die einzige Ost-West-Verbindung der Stadt Eberswalde und somit auch die Obus-Linie nach Westend unterbrochen. Der Verkehr wurde über Britz und den Bahnübergang am Tierpark umgeleitet. Nur Fußgänger durften die Eisenbahnbrücke über eine Behelfskonstruktion aus Holz überqueren.

Nach dem die Obusse mit Traktoren über den Bahnhofsvorplatz gewendet wurden, konnte bereits Ende Januar die kurzfristig errichtete Fahrleitungswendeschleife am Bahnhofvorplatz in Betrieb genommen werden. Ein LOWA-Obus mit Anhänger, überwiegend Obus Nr. 8II, verkehrte während dieser Zeit zwischen Westend und Bahnhofsbrücke im Pendelverkehr. Auch dort war eine Fahrleitungswendeschleife um die Verkehrsinsel am Güterbahnhof errichtet worden.

Der im Pendelverkehr Westend-Bahnhof eingesetzte LOWA-Obus mit Anhänger wurde in der Nacht bei Betriebschluß in einem Fabrikanbau des Wohnhauses am Bahnhof Eberswalde West mit Hilfe eines LKW abgestellt. Zur Wartung wurde der LOWA- Obus über die damals unbefestigte Wildparkstraße und den Bahnübergang am Tierpark zum Betriebshof geschleppt. Nachdem es beim Schleppen desöfteren Probleme, insbesondere durch Festfahren des Schleppzuges auf der unbefestigten Wildparkstraße, gab, wurde der Pendelverkehr Eisenbahnbrücke-Westend später mit einem aus Berlin ausgeliehenen H6B-Omnibus durchgeführt.

Die Fahrgäste mußten am Bahnhof aussteigen und die Bahnhofsbrücke zu Fuß überqueren, um dann in den auf der anderen Seite wartenden Obus später Omnibus wieder einzusteigen. Für diesen unterbrochenen Obus-Verkehr wurden besondere Sammelfahrkarten gedruckt. Bei diesen war das Feld für die Entwertung diagonal geteilt, eine Lochung für den Teilabschnitt Westend-Bahnhof und eine für den Teilabschnitt Bahnhof-Ostend bzw. Nordend.

Am 29.September 1960 wurde die inzwischen instandgesetzte Eisenbahnbrücke wieder für den Verkehr freigegeben und der unterbrochene Obus-Verkehr nach Westend konnte wieder durchgehend aufgenommen werden.

Das Foto zeigt den Obus Nr. 9III vom tschechischen Typ ŠKODA 8 Tr6 mit einem Obus-Anhänger vom deutschen Typ Lindner kurz vor der Ostrampe der Eisenbahnbrücke beim Linksabbiegen von der Eisenbahnstraße auf den Bahnhofsvorplatz.

Obus Nr. 9(III) vom tschechischen Typ SKODA 8 Tr6 mit einem Obus-Anhänger vom deutschen Typ Lindner kurz vor der Ostrampe der Eisenbahnbrücke beim Linksabbiegen von der Eisenbahnstraße auf den Bahnhofsvorplatz


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