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Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 im Testeinsatz in Solingen



Die Stadtwerke Solingen GmbH (SWS) trafen im Jahre 1998 Vorbereitungen zur Anschaffung von neuen Obussen. Dazu wurden Angebote von mehreren Firmen eingeholt und auch verschiedene Obusse getestet.

Ein Anbieter war die Firma MAN mit ihrer österreichischen Tochterfirma ÖAF Gräf & Stift AG Wien/ Österreich. Von der Firma MAN wurde in Absprache mit der Barnimer Busgesellschaft mbH Eberswalde der Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 für den Zeitraum vom 21.08.1998 bis 22.09.1998 per Eisenbahntiefladewaggon nach Solingen überführt und bei den Stadtwerken Solingen GmbH zu Testfahrten im dortigen Obus-Netz eingesetzt.

Durch die MAN-Niederlassung Düsseldorf wurde der Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 am 21.08.1998 an die Stadtwerke Solingen GmbH (SWS) übergeben. Am selben Tag wurde die Elektrik, die Stromabnahme und die elektronische Steuerung des Gelenkobusses durch die Fa. Kiepe/Düsseldorf überprüft.

In den nächsten zwei bis drei Tagen wurde die technische Ausrüstung des Gelenkobusses durch die Werkstatt der Stadtwerke Solingen GmbH an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst. So wurde ein Weichensender mit Pilztaster eingebaut, das Funkgerät sowie die Stromabnehmerköpfe gewechselt. Da die Verkabelung nicht IBIS-tauglich war, konnte eine Umrüstung der Entwerter nicht vorgenommen werden.

Am 25. August 1998 wurde der Gelenkobus der Solinger Morgenpost, dem Solinger Tagblatt und dem Westdeutschen Rundfunk während eines Pressetermins vorgestellt und eine erste Testfahrt im Solinger Obus-Netz bis zum Graf-Wilhelm-Platz durchgeführt. Da beim Befahren von Weichen und Kreuzungen das Nullspannungssignal anschlug, wurde nach dieser ersten Testfahrt der Stangendruck auf 100 N erhöht.

Die Ausbildungsabteilung der Stadtwerke Solingen GmbH übernahm den Eberswalder Gelenkobus und führte täglich Fahrten nach dem morgendlichen Spitzenverkehr durch. Bei diesen Fahrten zeigten sich Schwächen, wie die schwache Antriebsleistung des Hilfsantriebes am Berg, und Stärken, wie der kraftvolle Drehstrom-Asynchron-Motor beim Einsatz an der Fahrleitung.

Neu für Solingen war auch die Ausrüstung der Stromabnehmer mit einer pneumatischen Schnellabsenkung, die beim Entgleisen des Stromabnehmerkopfes als Ersatz für die bekannten Trolleyfänger aktiv wird. Als Negativ wurde das durch die pneumatischen Schnellabsenkung erschwerte Auswechseln der Gleitkohle der Stromabnehmerköpfe eingeschätzt. Der Einsatz des Gelenkobusses Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 verlief ansonsten ohne Probleme.

Am 07.09.1998 wurde der Gelenkobus vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 dem Aufsichtsrat der Stadtwerke Solingen GmbH vorgestellt.

Am 17.09.1998 wurde in der Werkstatt der Stadtwerke Solingen GmbH der Rückbau vorgenommener Umrüstungen durchgeführt.

Am 18.09.1998 begann die Rückführung nach Eberswalde. Bis Ohligs Bahnhof fuhr der Gelenkobus unter dem Fahrdraht und die restliche Strecke bis zur Verladerampe mit dem Hilfsantrieb. In Ohligs Bahnhof wurden dann auch die Stromabnehmerköpfe gewechselt. Gegen 11:00 Uhr war der Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 auf einem Eisenbahntiefladewaggon verladen.

Die Gesamtfahrleistung des Eberswalder Gelenkobusses Nr. 030 bei den Stadtwerken Solingen GmbH betrug 457 km. Der Dieselverbrauch betrug 45,72 l bei einem geschätzten Anteil des Einsatzes von 85% unter Fahrdraht und 15% mit Hilfsantrieb.

Das Foto zeigt den Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 auf dem Mühlenplatz in Solingen.

Gelenkobus Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 in Solingen


Die nächsten Fotos zeigen den Eberswalder Gelenkobus Nr. 030 auf dem Graf-Wilhelm-Platz in Solingen.

Gelenkobus Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 in Solingen

Gelenkobus Nr. 030 vom österreichischen Typ ÖAF Gräf & Stift NGE 152 M17 in Solingen


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