Sie sind hier: Übersicht > 5. Archiv > Streichung von Buslinien befürchtet


aus der Märkischen Oderzeitung vom 13.01.2000:

Streichung von Buslinien befürchtet

ÖTV weist Äußerungen von Dellmann zurück

Kreis Barnim /(sg/MOZ) Die Äußerungen von Reinhold Dellmann, SPD-Landtagsabgeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Barnimer Busgesellschaft (BBG), dass der Betrieb des Obusses in Eberswalde trotz der Einsparungen des Landes erhalten bleibe (MOZ berichtete), hat den Widerspruch der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) hervorgerufen. Die Vertrauensleute der Gewerkschaft in der Barnimer Busgesellschaft haben sich kürzlich getroffen, um über die Situation des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) zu diskutieren.

Nach Auffassung von Jens Gröger. Geschäftsführer der ÖTV in Eberswalde, werden die Einsparungen zu bedeutenden Einschnitten im ÖPNV führen, für den der Landkreis bisher jährlich zwei Millionen Mark erhalten habe.

"Der Linienverkehr über den Barnim kommt zum Erliegen", erklärt Gröger. Zwischen den Dörfern verkehrten dann nur noch Schulbusse, weil diese gesetzlich vorgeschrieben seien. "Das geht zu Lasten der Bevölkerung." Dabei stimmt ihm Doris Poch, Vertrauensfrau der ÖTV bei der Barnimer Busgesellschaft, zu.

Bisher seien bei der BBG niemals Verstöße gegen die Lenkzeiten festgestellt worden. Auch die Kontrolle der Fahrzeuge sei gesichert. Poch befürchtet einen Personalabbau, wenn die Streichungen wirksam werden. Die BBG habe 260 Beschäftigte in Eberswalde, Bernau und Bad Freienwalde. Bisher sei die Verringerung der Belegschaft absolut sozialverträglich über die Bühne gegangen. Gefährdet sei dann auch die Ausbildung.

Neben den Linienstreichungen erwartet Gröger auch Fahrpreiserhöhungen. eine Verringerung des Qualitätstandards wie die Fahrzeiten, das Höchst- und Durchschnittsalter der Fahrzeuge, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie die Mindesttemperatur und die Sauberkeit in den Bussen.

Diese Entwicklung könne für die Bürger nicht zufriedenstellend sein, so der ÖTV-Chef. Jedenfalls werde sich auf diese Weise, "niemand mehr für den Umstieg vom Individualverkehr auf den ÖPNV entscheiden". Um der Politik deutlich zu machen, dass der von ihr gewählte Weg die Busbetriebe in eine unvertretbare finanzielle Schieflage bringt und somit falsch sei, werden die Gewerkschafter der Barnimer Busgesellschaft die Bürger um Unterstützung bitten, kündigt der ÖTV-Chef an. Die Gewerkschaftsmitglieder der BBG wollen möglichst viele Leute zusammentrommeln, um an der Großdemonstration am Mittwoch, 26. Januar, in Potsdam teilzunehmen.

Multicounter.de